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Brockdorff

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Ich habe von einer Zukunft geträumt.

Die präenglische Phase

Das Geburtsjahr des BKL kann mit 1997 angesetzt werden. Im Herbst jenen Jahres fanden sich Nadja von Brockdorff, Sergej Klang und Robbi Rob zu einer Wochenend-Session zusammen, deren Aufnahmen später zum ersten inoffiziellen Album „Tausend Bunte Lichter“ (1997) zusammengeschnitten wurden, das in einer Auflage von vier Stück erschien. Die noch strenger limitierte EP „Sport macht Spaß“ (ebenfalls bei jener legendären Session aufgenommen) folgte dann Anfang 1998.

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Die Wahre Geschichte

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1998 stand für das Brockdorff Klang Labor ganz im Zeichen der „Tanzveranstaltungen mit Darbietungen“, die sowohl in der Leipziger Heimatbasis des BKL (Erika-von-Brockdorffstraße 2) als auch in anderen Lokalitäten der Stadt (Magapon, Uni-Riese, NaTo, HGB) stattfanden und bei denen verschiedene (vermeintlich künstlerische) Ausdrucksformen wie Text, Tanz, Bild oder Klang gnadenlos zusammengeführt wurden. Die Wohnzimmerstudio-Aktivitäten liefen weiterhin mehr oder weniger gleichberechtigt nebenher und ab Herbst 1998 gab es erste Live-Vorführungen des bis dahin erarbeiteten durchweg erstklassigen Materials. Die positive Resonanz nach den Auftritten sorgte für einen Motivationsschub.

Elektronische, elektroakustische und akustische Gesellschaftskritik.

Die Desperados des Cut-Off-Controllers.

Jetzt gab es kein Halten mehr. Eine ungeheure Spielfreude hatte sich aller bemächtigt. Mehr und mehr entwickelten die Musikanten, mittlerweile mit Victor 2000 (Trompete) und Toas Hollick (Gitarre) zum Quintett komplettiert, ein Gefühl für die experimentelle Praxis des Musizierens. Immer neue Songs, Ideen, Fragmente, Texte entstanden. Doch im Mai 1999 dann der große Rückschlag. Der Auftritt im Werk II wurde zum Desaster. Technische Probleme, unzureichender Soundcheck, kurzfristiger Ausfall des eigenen Technikers – eine adäquate Umsetzung der Stücke konnte nicht gelingen. Große Unzufriedenheit und Zynismus auf der Bühne, zerschlagene Waschmaschinen, Mikrofone und Toilettenpapierrollen blieben zurück.

Doch Disziplin war gefragt. Der Glaube an die gute Sache und die eigene Brillanz war nur für kurze Zeit erschüttert. Man raufte sich zusammen und nach einem furiosen Auftritt bei der 2. Reudnitzer Kulturnacht wagte man sich im Spätsommer 1999 an die achtspurige Neuaufnahme einiger Smash-Hits, darunter „Wenn du willst“ und „Es“. Die Atmosphäre auf der Popkomm in Köln wurde als „komisch“ eingeschätzt und die Pressekonferenz zum 4-Song-Tape abgesagt. Stattdessen machte sich Robbi Rob auf den Weg zur Promotiontour durch Südamerika.

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Im Frühjahr 2000 ging man voller Elan in die zweite Aufnahmeperiode, mittlerweile im neuen Wohnzimmerstudio in der Gustav-Adolf-Straße 26, auf Schritt und Tritt begleitet von einem Filmteam unter Leitung von Harry Harry. (Innerhalb eines Nachmittags wurden eine Dokumentation und vier Videoclips abgedreht.) Auch die drei neuen auf dem eigenen Achtspurgerät aufgezeichneten Songs gerieten fabelhaft. Es war höchste Zeit sich mit diesem Material einer kleineren Öffentlichkeit und ausgewählten Fachleuten vorzustellen. In Zusammenarbeit mit R.A.N.D.Muzik (Leipzig) entstand die Demonstrations-CD „Brockdorff Klang Labor“, die zum Auftritt des BKL beim Festival „Neue Beiträge zur deutschen Popkultur“ am 7. Mai 2000 im Werk II vorgestellt wurde. Und das im doppelten Sinne erfolgreich. Der Auftritt am vorbelasteten Ort gelang, der Sound war gut, die Stimmung auf und vor der Bühne prächtig, der neue Gitarrist Micki MIG in Hochform und allein der Fakt der Existenz einer CD stieß sofort auf positive Resonanz. Die auf Konzert und CD folgenden Besprechungen in der Leipziger Volkszeitung (LVZ) und im Internet-Magazin „Leipzig-Life“ waren voll des Lobes. Die Musiker zufrieden.

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Sie haben ihre Hausaufgaben gemacht und wohnen in einem Land mit Faust, Molly Luft, Bert Papenfuß und Frau Damaschke (CDU).

Die Leipziger Progressive Pop Pioniere: "Bei uns wird der Synthesizer zur Gitarre. Wir benutzen ihn wie ein Musikinstrument."

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Die Entdeckung der Neuen Welt

Im Juni 2000 folgte die Uraufführung des selbstgeschriebenen Musikdramas „Die Entdeckung der Neuen Welt“ im Leipziger Theater „Lofft“ mit Amerigo Vespucci und Hermann Heisig als Indianer. Ein rauschender Erfolg.

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Children with beards. Die englische Phase

Von Herbst 2000 bis Herbst 2001 hielt sich ein großer Teil der Band in Großbritannien auf. In Dudley und Manchester entstanden Songs und Aufnahmen die zunächst auf der Sergej Klang EP „1hoch3moll5ende“ erschienen, später aber teilweise ins BKL Repertoire übergingen. Hier gab es auch erste Sessions mit dem späteren festen Bandmitglied Ekki Eqq – der Song „Kinder mit Bärten“ war ein erstes Resultat der Begegnung. In der Zwischenzeit hatte Robbi Rob mit einigem Erfolg sein Soloprojekt Heinz Rilke gestartet – mit diversen Auftritten und einer hervorragenden ersten CD.

Wo unser Herz grenzenlos war.

Die postenglische Phase

​Wieder in Deutschland beendeten Nadja von Brockdorff und Sergej Klang erfolgreich ihre Hochschulstudien und Ekki Eqq etablierte sich als Keyboarder des BKL. Es wurde weiter an Songs gefeilt und das Instrumentarium um einige analoge Flaggschiffe erweitert. Anfang 2003 dann der erste improvisierte Auftritt mit Ekki Eqq – beim „Labor Galore“ in der Hochschule für Grafik und Buchkunst – ein historischer Abend, denn von Stund an war Fine aka Elke LKW viertes Bandmitglied (an Gitarre/Schlagzeug und Gesang).

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Indie Band Concert

Brockdorff Klang Labor: Die wahre Geschichte

De Te Fabula Narratur

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Zunächst als 12köpfiges Wohnzimmerorchester gegründet (zu den legendären „Laboranten in Aspik“-Parties in der Leipziger Erika-von-Brockdorffstraße), wechselten die Musiker nach dem Austritt von Benedikt Jobim (drmfl) zu elektronischen Instrumenten. Noch zusätzlich motiviert durch die Anschaffung eines 4-Track-Recorders hatten die Musiker im August 1997 einen enormen stream of consciuosness („Man hatten wir einen stream of consciousness!“). Die innerhalb von 24 Stunden entstandenen Songs reichten zur Veröffentlichung von vier strengstens limitierten Tapes, von denen eines, „Tausend Bunte Lichter“ (1997), aufgrund seiner einzigartigen Symbiose von Flöte und Beatbox den Ruf der Band als Pioniere des Elektro-Folk begründete.

 

Die vermehrten Live-Vorführungen des bis dahin erarbeiteten durchweg erstklassigen Materials und die Tüfteleien im Heimstudio gipfelten 2000 in der Veröffentlichung der ersten Demonstrations-CD „Brockdorff Klang Labor“ und der Uraufführung des selbstgeschriebenen Musikdramas „Die Entdeckung der Neuen Welt“ im Leipziger Theater „Lofft“ (mit Hermann Heisig als Indianer). Ein rauschender Erfolg.

 

Bei einem Studienaufenthalt der mittlerweile zum Duo geschrumpften Band quartierte sich der Leipziger Hobby-Friseur Ekki Ekk vorübergehend im BKL-Häuschen in Manchester ein. In Nadjas rosa Wohnstube floss der Cider in Strömen und die Sessions mit dem späteren festen Bandmitglied zeitigten erste Ergebnisse: „Kinder mit Bärten“. Wieder in Deutschland wendete sich die Band 2003 enttäuscht von der Kunst und Performanceszene ab („Zu oberflächlich!“), und erweiterte stattdessen das Instrumentarium um einige analoge und digitale Flaggschiffe. Nun schien es kein Halten mehr zu geben. Eine ungeheure Spielfreude hatte sich aller bemächtigt. Immer neue Songs, Ideen, Fragmente, Texte entstanden. Mit dem neugegründeten Leipziger Label-Kollektiv East German International brachte das BKL 2005 die CD „Sprich, Erinnerung, Sprich 2.0“ heraus.

 

 

Bei einem Konzert lernten die Musiker Jens Friebe und Szene-Urgestein Alfred Hilsberg kennen. Letzterer nahm die Band unter seine Fittiche und eine Veröffentlichung auf seinem Label ZickZack wurde geplant. Wilde Auseinandersetzungen, zermürbende Sessions auf der Suche nach geeigneten Dreiklängen, sowie Gerüchte über Kooperationen mit Otto Mühl und Täve Schur begleiteten die Produktion. Schlußendlich mit Elektro-Crack Plemo im phoneraum / Hamburg aufgenommen und vom Hamburger Schulinspekteur Tobias Levin im Electric Avenue Studio produziert, erscheint das lang ersehnte Album „Mädchenmusik“ im September 2007 auf dem Label ZickZack, Hamburg.

 

Unterstützt von Jürgen, dem Internationalen Experten für Diverses, tourten unsere Laboranten nun durch Dörfer und Städte und spielten sich in Herzen und Beine der rasant wachsenden Glaubensgemeinschaft. Die Menschen waren gut. Zwischen Schweiß und Tränen, Warten und Schlafen, zwischen Gemeinschaftschören und Gruppentherapiesitzungen im ergrauten Volvo die immer wieder kehrende Frage: Wer ist Jürgen?

 

Tausende Kilometer, feuchte Küsse und rauchgeschwängerte Nächte später dann der verdiente Rückzug ins Private. Im Herbst 2008 schrieben sich die drei Helden der Musikarbeit "Live Slow, Die Old" auf die Homepage und zogen mit Schlafsack, Korg und Moog hinaus aufs Land. Im kleinen Örtchen Doberschütz, in einer Scheune, die den alten Recken von Can bereits 1972 wegen ihrer überirdischen Klangeigenschaften und Schönheit als, nun ja, Scheune diente, entstanden die streng geheimen Doberschütz-Tapes 1-3. Hier in der Natur, beim Holzhacken auf der Koppel, am Kaminofen im Wohnwagen und in der Open Air Badewanne fanden die Musiker zurück zu sich, zueinander und zur Essenz ihrer Musik.

 

Doch noch viele Hürden galt es zu überwinden auf dem Weg zum neuen Tonträger. Ekki Labor verliebte sich Hals über Kopf in Kommunikation und Design (gleichzeitig), Nadja in einen bezaubernden Schrebergarten ("Medusa in Mesopotamien") und Sergej verschwand für Monate auf der Suche nach dem Goldenen Cap an die rauhe Schwarzmeerküste, um schließlich an den Plattentellern und im Fernsehen wieder aufzutauchen.

 

Und nun ist die Zeit reif. Unsere Helden haben die Tracks, und die Hausschuhe eingepackt und sich in die Obhut zweier begnadeter Produktionsgenies begeben. Im Fat of Excellence Studio in Köln und im Electric Avenue in Hamburg legen Bob Humid und Tobias Levin Hand an die neuen Brockdorff-Stücke. Unbestätigten Gerüchten zufolge, soll das Album den großartigen Titel: „Die Fälschung der Welt“ tragen. Da das hier allerdings die Homepage der Band ist, darf der Wahrheitsgehalt dieser Aussage durchaus bezweifelt werden.

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Erstellt von Siggi Valentine.

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